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Lord Geward Leseprobe - Seite 106


Ich lege ihn auf die Satteldecke und stütze seinen blutverschmierten, schrammenübersäten Kopf mit der linken Hand, während ich ihn mit einem feuchten Tuch versuche, etwas zu reinigen.
Wie schwer mag er verletzt sein?
Mit einem kurzen Stöhnen und einem tiefen, nicht enden wollenden Seufzer meldet sich sein Bewusstsein wieder zurück. Er öffnet kurz seine jungen Augen. Jetzt glaube ich, er muss noch viel jünger sein. Dann schließt er seine Augen wieder. Ich bin sicher, diese leeren Augen sehen oder begreifen noch nichts.
Nach und nach beruhigt sich seine ungleichmäßige Atmung. Ich hoffe, dass er schläft. Mangels Kissen lege ich seinen Kopf auf meine weichen, zusammengerollten Stiefel.
Eine weitere Stunde später blubbert ein kräftiger Brei über dem Feuer, während ich auf sein Erwachen warte.

Ich werde von den Worten geweckt: »Vater, Vater wo bist du?«
Scheinbar bin ich nach den Strapazen der letzten Tage auch eingeschlafen.
Ich knie mich neben den Jungen, der mit geöffneten Augen, senkrecht nach oben in den Sternenhimmel starrt.
Er flüstert: »Vater was ist passiert? Wo bin ich?« Ich nehme seine Hand und frage ihn so sanft wie möglich, »Junge, wie heißt du?« Nach einer unendlichen Kraftanstrengung stottert er, » Ar... Armedus... wo ist mein Vater?«
Ich schäme mich unendlich und bringe nur ein Wort heraus: »Tot.«
Armedus zeigt keine Reaktion. Entweder hat er gar nicht begriffen, was ich ihm sagte oder er ahnte es bereits und ich habe ihm nur den Tod seines Vaters bestätigt.
»Wo bin ich?« Stöhnt Armedus.
Ich beuge mich über ihn, erleichtert eine so leichte Frage beantworten zu dürfen: »In Sicherheit, Junge... Wie alt bist du Armedus?«
Er ist zäher, als ich nach seiner zarten Statur vermutete, denn diese Frage beantwortet er bereits wieder mit fester Stimme ohne ein Zögern: »Zwölf, ich bin zwölf Jahre alt.«
Innerlich zucke ich zusammen. Zwölf Jahre jung und der einzige Überlebende meines Massakers.
Ich füttere ihn, seinen Kopf auf meine Füße stützend, mit dem vorbereiteten Brei.
Mit jedem Löffel hoffe ich meine Schuld etwas mehr abzubauen.
Mein Gott, was habe ich nur angerichtet?
Mehr als fünf Löffel schafft er nicht, dann schläft er wieder ein.

Ich fühle mich so hilflos!
Noch nie in meinem Leben war ich so hilflos!
Was soll ich nur tun? Was?

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Lord Geward
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Spannend Böse, doch voller Liebe und Sehnsucht.
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