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Lord Geward Leseprobe - Seite 105


Ich habe Menschen, so viele Menschen getötet. Ich wollte doch nur andere Menschen schützen, wollte niemanden töten, nur die Waffen vernichten.
Mein Gott, wie soll ich damit leben?
Ich sehe Kinder, die nach ihren Vätern schreien; Mütter die um ihre Kinder trauern.
Eine alte Frau ruft nach ihrem Bruder, der sie seit acht Jahren versorgt, ihre Windeln wechselt, sie umbettet, wäscht und mit Brei füttert. Die gelähmte Frau, dessen Bruder ich mit vielen anderen getötet habe, ruft, winselt, fleht. Die halb toten Lippen formen immer wieder die selben Worte: »Heiner, Heiner, wo bist du? Heiner, wann kommst du zurück? Heiner, hilf mir bitte. Hilfe, Heiner Hilfe, Hilfe!«
Die schrecklichen Bilder der Angehörigen verfolgen mich immer noch. Ich muss dagegen kämpfen. Wieder höre ich »Hilfe!«, kann mich nicht losreißen »Hilfe!«, kann keinen Abstand zu meinen Horrorphantasien schaffen: »Hilfe!« und wieder »Hilfe!«. Nein, ich phantasiere nicht, ich bin hell wach und wieder höre ich leise aber deutlich »Hilfe!«
Hier ist ein Mensch, der noch lebt und meine Hilfe benötigt.
»Hilfe!«
Ich drehe mich um, suche, horche; ja hier unter einer riesigen ausgerissenen Wurzel bewegt sich eine Hand.
Mit meinem Schwert hacke ich in zwei Stunden übervorsichtig einen Halbmeter großen Durchgang.
Mein Schwert, meine tödliche Waffe rettet ein Menschenleben. Vielleicht wird doch noch alles gut.
Nach einer weiteren Stunde, in der ich Stein für Stein mit den Händen bei Seite schaffe und Geröll aus dem Loch balanciere, kann ich die Schultern des mittlerweile Bewusstlosen greifen und ihn nach zwei vergeblichen Versuchen endlich heraus ans Tageslicht ziehen.
Erst jetzt erkenne ich ihn. Es ist der junge Mann am Lagerfeuer, der mir durch seine Trunkenheit erst die Möglichkeit zu diesem Massaker gab.
Aber er ist kein junger Mann, er ist ein Knabe und ein zierlicher dazu, von höchstens fünfzehn Jahren. Ich schultere den bewusstlosen Körper, der keine fünfzig Kilo auf die Waage gebracht hätte, und trage ihn in mein Lager.

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Lord Geward
Ein rasantes Fantasy Abenteuer vor realistischer Kulisse.
Spannend Böse, doch voller Liebe und Sehnsucht.
Ein Appell an Moral, Mitgefühl und Verantwortung.

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