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Lord Geward Leseprobe - Seite 47


Absolut blind, die Nacht könnte nicht schwärzer sein, taste ich nach meinem Umhang. Er ist immer noch schweißnass und übelriechend. Unglaublich wie ein Mensch stinken kann. Kein Wunder, wenn Tiere einen Menschen aus Meilen Entfernung wittern können, bei diesem Gestank.
Den Umhang eng umschlungen, das Schwert dicht an die Brust gepresst, verharre ich wie ein alter Eremit und hoffe auf ein Wunder.
Wenigstens das Durstgefühl hat in der Kälte etwas nachgelassen. Blind, hungrig und erbärmlich stinkend, dämmere ich dem Morgen entgegen.
Dieser beginnt wie der gestrige. Ebenso schnell wie die Nacht dem Tag weicht, ersetzt die Hitze die Kälte. Den kurzen Zwischenraum empfinde ich als größtes Geschenk, atme tief durch und versuche meinen wirren Geist zu ordnen.
Gepeinigt von unterdrückter Panik und Angst, treffe ich Entscheidungen und verwerfe sie wieder, stehe auf, gehe auf und ab, setze mich wieder und beginne das seltsame Schauspiel von neuem.
Es ist unmöglich einen klaren Gedanken zu fassen.
So muss es einem frischgefangenen, aus der freien Natur entführten Raubtier, nach stundenlangem Flug in einer dunklen Transportkiste und nach dem bösen Erwachen in einem Zookäfig, ergehen.
Körperlich empfinde ich die Gefühle der gedemütigten Kreatur, die gefangen, ohne Orientierung, in einer neuen, unbekannten und bösen Welt in einem ihr fremden Käfig erwacht.
Wo bleibt nur mein Pfleger, der mir Wasser und Nahrung bringt, der mir zuredet und mir erklärt, »du wirst dich schon eingewöhnen, es geht dir doch gut.«
Wo bleiben die Zoobesucher, die dumm grinsend, Grimassen ziehen und mir ihre "Leckerlies" in den Käfig werfen. Besucher, die sich wundern, warum ich ihre zuckerverschmierten, nach Plastikspielzeug, Urin und Pommesresten stinkenden Kostbarkeiten, die mich anwidern, verschmähe und mich lieber unter meinen Umhang verkrieche.
Soll ich lieber mein Schwert ziehen und gegen die Gitterstäbe rasseln? Oder mit der Pranke einen dieser blöd grinsenden, fetten Zweibeiner mit ihren noch fetteren Kindern angeln und sie durch die Gitterstäbe zerfleischen, ihr schlechtes Blut verspritzen, ihre armseligen Gedärme im Käfig verteilen und dann gelangweilt und ausgiebig gähnen?

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Lord Geward
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Spannend Böse, doch voller Liebe und Sehnsucht.
Ein Appell an Moral, Mitgefühl und Verantwortung.

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